Deutscher Nationalpreis 2016

Verleihung des Deutschen Nationalpreises 2016 an den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

Laudator Prof. Dr. Jan-Philipp Reemtsma und Markus Meckel, Präsident des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge bei seiner Dankesrede

Der 1919 gegründete Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. pflegt in 45 Staaten auf 832 Kriegsgräberstätten die Gräber von 2,7 Millionen Soldaten und zivilen Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft. Nach 1991 hat er in Ost-, Mittel- und Südeuropa 330 Friedhöfe des Zweiten Weltkriegs und 188 Anlagen aus dem Ersten Weltkrieg wieder hergerichtet und 860.000 Kriegstote auf 82 Kriegsgräberstätten umgebettet. Jährlich werden es ca. 30.000 mehr. Unter dem Leitwort „Versöhnung über den Gräbern – Arbeit für den Frieden“ organisiert er internationale Jugend-Workcamps in 20 Ländern und erreicht mit seiner vielfältigen Jugendarbeit jährlich ca. 20.000 Jugendliche.

Am 15. Juni hat die Deutsche Nationalstiftung den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. in der Französischen Friedrichstadtkirche in Berlin mit dem Deutschen Nationalpreis 2016 ausgezeichnet. In Anwesenheit des französischen Botschafters und vieler prominenter Gäste überreichte Bundespräsident a.D. Prof. Dr. Horst Köhler dem Präsidenten des Volksbundes, Minister a.D. Markus Meckel die Urkunde des mit 50.000 Euro dotierten Preises. In ihren Reden gingen Herr Prof. Dr. Jan Philipp Reemtsma als Laudator, Markus Meckel als Preisträger, Ansgar Salzwedel als Vorsitzender des Jugendarbeitskreises des Volksbundes sowie Dirk Reimers als geschäftsführender Vorstand und Prof. Dr. Richard Schröder als Vorstandsvorsitzender der Deutschen Nationalstiftung in sehr grundsätzlichen, und persönlichen Worten auf die Bedeutung des Volksbundes und seine aktuelle Bedeutung ein. Deutlich wurde, dass entgegen manchen Vorurteilen die Arbeit des Volksbundes nicht etwa verstaubt und überholt ist, sondern hochaktuell und zukunftsgerichtet.

Deutlich wurde die Überwindung der in Jahrhunderten gewachsenen deutsch-französischen „Erbfeindschaft“ über den Gräbern von Verdun als Vorbild für die in Osteuropa erst am Anfang stehende und vielen Belastungen ausgesetzte Versöhnungsarbeit. Krieg kennen Jugendliche meist nur aus dem Fernsehen. Der Volksbund appelliert mit seiner Gedenk-, Bildungs- und Jugendarbeit an die Verantwortung für den Frieden, der nicht selbstverständlich ist. Kriegsgräber sind Symbole für grenzenloses Leid unzähliger Menschen, zugefügt und erlitten im Namen von Nationen. Kriegsgräber gemahnen an Idealismus und Tapferkeit ebenso wie an Verblendung, verbrecherische Absichten, an das Gute und das Böse im Menschen. Kriegsgräber können deshalb weder Orte allgemeiner Heldenverehrung noch allgemeiner Schuldzuweisungen sein. Kriegsgräber sind Orte des Gedenkens und der Erschütterung. Sie zeigen, dass eine friedliche Zukunft Erinnerung braucht. Sie geben jungen Menschen Orientierung bei ihrer Suche nach Sinn, Maß und Mitte. Sie erleichtern die Erkenntnis, dass auch eine dem Frieden der Welt verpflichtete freiheitliche Demokratie wie Deutschland Selbstbehauptungswillen braucht und nicht nur bei der Bundeswehr auf Tapferkeit zur Verteidigung der eigenen Werte angewiesen ist.

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