Tagungen und Diskussionsveranstaltungen
Seit Ihrer Gründung 1993 veranstaltet die Stiftung Jahrestagungen und Diskussionsforen zu aktuellen Grundsatzfragen der Nation und Europas.
Beispiel:
Jahrestagung 15. November 2011 in Berlin
»Wozu braucht Deutschland Soldaten? Wofür töten? Wofür sterben?«
Zwei Jahrzehnte nach der deutschen Einheit hat Deutschland die seit 1955 bestehende Wehrpflicht abgeschafft und definiert seine Verteidigungs- und Sicherheitspolitik im Rahmen der bestehenden Bündnisse neu. Seit 1992 nimmt die Bundeswehr an Auslandseinsätzen teil. Für welche Ziele sollen deutsche Soldaten künftig eingesetzt werden?
Diesen Fragen widmete sich die 18. Jahrestagung der Deutschen Nationalstiftung im Forum der Deutschen Bank in Berlin.
Nach der Begrüßung der über 400 Gäste durch den Vorstandsvorsitzenden der Deutsche-Bank-Stiftung, Dr. Tessen von Heydebreck, wurde das Auditorium von dem geschäftsführenden Vorstand der Deutschen Nationalstiftung, Dirk Reimers, in das Thema des Abends eingeführt
Anschließend ging Bundesverteidigungsminister Dr. Thomas de Maizière in seiner Rede auf zahlreiche Aspekte des umfassenden Themas ein.
In der von Dr. Theo Sommer moderierten Podiumsdiskussion gingen der Minister, der evangelische Militärbischof Dr. Martin Dutzmann. Generalinspekteur a.D. Dr. Klaus Naumann und der Leiter der Bundeswehr-Strukturkommission und Vorstand der Bundesagentur für Arbeit, Dr. Frank-Jürgen Weise, in sehr nachdenklicher und persönlicher Form auf die gestellten Sinnfragen mit ihren staatspolitischen, ethischen und militärischen Aspekten ein. Es ging um die Definition nationaler Interessen, um deutsche Bündnispflichten, um das Verhältnis von Streitkräften und Gesellschaft, um Pazifismus und Selbstbehauptung, um den Umgang mit gefallenen Soldaten und um die Gründe für das bisherige Ausbleiben einer breiten Grundsatzdiskussion dieser Themen in Politik und Gesellschaft.
Gedenkveranstaltung zu Matthias Erzberger am 07.09.2011
In der Landesvertretung von Baden Württemberg in Berlin würdigten am 7. 9. 2011 Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble (Kuratoriumsmitglied der Deutschen Nationalstiftung) und ein Podium mit namhaften Referenten die historische Bedeutung von Matthias Erzberger, der vor 90 Jahren ermordet wurde: wegen seiner Unterschrift unter den Waffenstillstand von Conmpiègne 1918 und wegen seiner prägenden Rolle als Finanzminister der jungen Weimarer Republik.
In beiden Fällen handelte Erzberger im Interesse der Einheit der Nation und des Zusammenhalts eines von föderaler Vielfalt geprägten Staates in schwerster wirtschaftlicher und politischer Krisenzeit. Gegen alle Widerstände setzte er 1919 eine einheitliche Steuerverwaltung und Steuergesetzgebung und mit innovativen sozialen Steuerungselementen durch. Von diesem Vermächtnis zehren wir noch heute.
Neben dem Rückblick auf 1919 und die Steuerreform von 1969 gab das Auslaufen des Solidarpakts im Jahr 2019 Anlass, Erzbergers Erbe zu analysieren und seine Ziele in das Bewusstsein zu heben. Welche Anstöße liefert das Erbe Erzbergers im Angesicht der heutigen Herausforderungen für Deutschland und Europa?
Der Bundesfinanzminister verwies zunächst auf die grundsätzlich unterschiedliche politische wie ökonomische Ausgangslage damals und heute: „Wir befinden uns heute nicht - wie Erzberger - in einer „Stunde Null“, sondern in der weitaus komfortableren Ausgangslage einer stabilen, reifen Demokratie mit hohem Wohlstand, in der allerdings Veränderungen ungleich schwieriger und mühsamer sind als in Umbruchsituationen“. Bezug nehmend auf die aktuelle Krise in der Eurozone führte der Bundesfinanzminister weiter aus:
„Lautete die politische Aufgabe für Erzberger vor mehr als 90 Jahren “Sicherung der Einheit der Nation“, so lautet sie für uns heute „Sicherung der Einheit Europas“. Das heißt konkret zu allererst: Sicherung der Stabilität des Euro.“ Im Sinne des Erzbergerschen Ziels geordneter Staatsfinanzen betonte der Minister die Bedeutung einer konsequenten Konsolidierung der Staatsfinanzen für die Bewahrung der Handlungsfähigkeit des Staates.
Auch Dr. Nils Schmid MdL, stellvertretender Ministerpräsident und Minister für Finanzen und Wirtschaft des Landes Baden-Württemberg, würdigte Erzberger, der in Buttenhausen, heute ein Stadtteil von Münsingen (Landkreis Reutlingen), geboren wurde. In seiner Begrüßung erklärte Prof. Dr. Richard Schröder, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Nationalstiftung, warum sich die Stiftung mit Matthias Erzberger beschäftigt und Prof. Dr. Stefan Korioth vom Lehrstuhl für öffentliches Recht und Kirchenrecht der Ludwig-Maximilians-Universität München führte in die fachliche Thematik ein.
An der anschließenden Diskussion beteiligten sich außer Minister Schäuble und Prof. Korioth auch Prof. Dr. Clemens Fuest, Said Business School, University of Oxford, Prof. Dr. Wolfgang Renzsch, Institut für Politikwissenschaft der Universität Magdeburg, und Dr. Wolfgang Voß, Finanzminister des Freistaates Thüringen.
Die über 300 Gäste in der Landesvertretung von Baden-Württemberg erlebten eine faszinierende Diskussion über die Zukunft des Euro und dessen Bedeutung für Europa, die Entwicklungsperspektiven des deutschen Föderalismus von Zentralstaatlichkeit bis zum Wettbewerbsföderalismus und des Länderfinanzausgleichs - und sie erlebten aus der Nähe einen Bundesfinanzminister, der nach ganztägiger Auseinandersetzung mit europäischen Krisenfragen im Deutschen Bundestag gewohnt souverän, aber auch gelöst, und mit alemannischem Witz die Gäste der Deutschen Nationalstiftung in seinen Bann zog.
2010: »Nationale Identität in einem zusammenwachsenden Europa?« (Berlin)Über Leitkulturen und Weltbürgertum.
Ein Blick auf Deutschland und Europa
Mit der Frage nach der Bedeutung nationaler Identität in einem zusammenwachsenden Europa hat sich am 16. November 2010 die 17. Jahrestagung der von Helmut Schmidt gegründeten Deutschen Nationalstiftung in Berlin befasst. Nach einleitenden Worten von Dr. Giuseppe Vita (Aufsichtsratsvorsitzender des Axel-Springer-Verlags und Senatsmitglied der Deutschen Nationalstiftung) und von Prof. Dr. Richard Schröder (Vorstandsvorsitzender der Deutschen Nationalstiftung) führte Prof. Dr. Norbert Lammert (Präsident des Deutschen Bundestages und Senatsmitglied der Deutschen Nationalstiftung) mit einem Vortrag in das Thema ein. Ohne nationale Identität der einzelnen Staaten in Europa werde die dringend nötige Einigung Europas nicht gelingen und ein Verzicht auf das Bewusstsein eigener Identität könne gerade in Zeiten der Globalisierung nur zu Ängsten und Widerständen führen, statt zu der notwendigen Bereitschaft, sich auf Neues und Gemeinsames einzulassen.
Die von Ulrich Wickert souverän und kenntnisreich moderierte Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Norbert Lammert, Dr. Sylvie Goulard (Paris, Mitglied des Europäischen Parlaments), Dr. Necla Kelek (Berlin, Publizistin, Senatsmitglied der Deutschen Nationalstiftung), Karl-Heinz Lambertz (Eupen / Brüssel, Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens) und Prof. Dr. Klaus-Dieter Lehmann (München, Präsident des Goethe-Instituts, Senatsmitglied der Deutschen Nationalstiftung) faszinierte die ca. 450 geladenen Gäste in der Ullstein-Halle des Springer-Verlages. Es ging u.a. um den Begriff der Nation und die Inhalte nationaler Identität, um Leitkultur und Offenheit, um Verfassungspatriotismus und Nationalgefühl ohne Ausgrenzung, um den Islam, die Türkei und die Grenzen Europas und auch um die Friedensfunktion der europäischen Einigung.
Bilder der Veranstaltung
2009: »Was hält uns zusammen wenn das Wirtschaftswachstum ausbleibt?« (Berlin)
Pressemitteilung, Extra-Seite, Bilder der Veranstaltung
2008: »Wie national soll die Wirtschaft in Deutschland sein?« (Berlin)
Pressemitteilung, Einführungsvortrag von Peer Steinbrück, Extra-Seite, Bilder der Veranstaltung
2007: »Was hält uns zusammen? Was macht uns aus? Was ist uns wichtig? Europa!« (Berlin)
»Was hält Europa zusammen?«, Vortag von Heinrich August Winkler
2006: »Was hält uns zusammen? Was macht uns aus? Was ist uns wichtig? Sprache!« (Berlin)
Pressemitteilung, Langfassung / Kurzfassung
2005: »Deutschland - die herausgeforderte Nation« (Berlin)
Pressemitteilung
2004: »Deutschlands Anspruch an Berlin - Berlins Anspruch an Deutschland«
Programm, Sonderausstellung mit Karikaturen zum Thema
Mehr dazu auf unserer Berlin-Extraseite mit weiteren Texten zum Herunterladen.
2004: »Berlin als Bühne der Nation, als Hauptstadt des Bundes und der Länder«
2003: »Berlin - Zur Lage und Entwicklung der deutschen Hauptstadt« (Berlin)
Mehr Informationen dazu auf unserer Berlin-Extraseite mit weiteren Texten zum Herunterladen.
2002: »Die Wirtschaftsperspektiven der neuen Bundesländer« (Berlin)
Mehr Informationen dazu auf unserer Extra-Seite.
2001: »Demokratie auf dem Prüfstand« (Berlin)
Pressemitteilung
Das Grußwort des Präsidenten des Deutschen Bundestages, Wolfgang Thierse, ist unter www.bundestag.de erhältlich.
2000: »Europäische Einigung - Nationale Eigeninteressen. Deutschland und Europa an der Schwelle des 21. Jahrhunderts« (Berlin)
1999: »80 Jahre Weimarer Reichsverfassung. Rückblicke auf die Weimarer Kultur« (Weimar)
1998: »Europa braucht den Osten« (Frankfurt am Main)
1997: »Was hält unser Land zusammen?« (Berlin)
1996: »Wozu deutsche auswärtige Kulturpolitik?« (Weimar)
1995: »Was erwarten unsere Nachbarn von Deutschland?« (Weimar)
1994: »Zur Lage der Nation« (Weimar)
Zu diesen Jahrestagungen hat die Stiftung jeweils namhafte Referenten eingeladen und Gelegenheit zu einer öffentlichen Diskussion gegeben.

