Deutscher Nationalpreis 2010 für deutsch-polnische „Brückenbauer”

Der Übersetzer und "Kulturmittler" Dr. Karl Dedecius (89) und der ehemalige Erzbischof von Oppeln, Prof. Alfons Nossol erhielten im Beisein des Stiftungsgründers Helmut Schmidt und über 500 Gästen den diesjährigen Nationalpreis im Großen Festsaal des Hamburger Rathauses.

Im 20. Jahr der deutschen Einheit erinnert die Deutsche Nationalstiftung an den Zusammenhang der deutschen Revolution von 1989 und der Freiheitsbewegungen in Osteuropa sowie die besondere Bedeutung der Annäherung von Polen und Deutschen für ein geeintes Europa. Vor diesem Hintergrund würdigt die Stiftung das Lebenswerk der beiden Preisträger, die sich über viele Jahrzehnte beispielhaft als "Brückenbauer" für das Verständnis zwischen Polen und Deutschen eingesetzt und damit in besonderer Weise um die Ziele der Deutschen Nationalstiftung verdient gemacht haben. Gerhardt Kurtze, ehemaliger Vorsteher des Börsenvereins des deutschen Buchhandels und mit Karl Dedecius langjährig befreundet, hob in seiner Laudatio die Bedeutung der schon früh begonnenen Übersetzungen von polnischer Literatur für das gegenseitige Verständnis von Deutschen und Polen hervor und würdigte Dedecius' Verdienste als Gründer des Deutschen Polen-Instituts 1979. Laudatio Gerhardt Kurtze (es gilt das gesprochene Wort).

Dankesrede Karl Dedecius

Die Laudatio auf Erzbischof Alfred Nossol hielt Karl Kardinal Lehmann. Er hob dessen Bemühungen um Aussöhnung und Verständigung zwischen der deutschen Minderheit und den Polen hervor und würdigte unter anderem die Bedeutung von Gottesdiensten in Schlesien in deutscher Sprache. Laudatio Kardinal Lehmann

Dankesrede Alfons Nossol

Mit einem eindringlichen, anrührenden und persönlichen Schlusswort hob Bundespräsident a.D. Richard von Weizsäcker das Anliegen der Deutschen Nationalstiftung und die Bedeutung des Lebenswerkes der beiden Nationalpreisträger hervor und betonte die Notwendigkeit eines gegenseitigen Verständnisses in einem geeinten Europa der Nationen im Allgemeinen und zwischen Polen und Deutschen im Besonderen.

Der Nationalpreis 2010 wurde von der Klaus Tschira Stiftung gGmbH gefördert

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Aktuell

26.05.2020

Torsten Pötzsch,
© Stadt­verwaltung Weißwasser/O.L.

Deutscher Nationalpreis 2020 geht an Torsten Pötzsch. Der Oberbürgermeister der ostsächsischen Kleinstadt Weißwasser wird für seinen starken Einsatz gegen Hass und Spaltung in seiner Kommune ausgezeichnet, stellvertretend für viele Kommunalpolitiker, die sich ebenso für unsere Demokratie und die Bewahrung einer offenen Gesellschaft einsetzen.

Den Förderpreis 2020 erhält die Initiative „No Hate Speech Movement“, die sich in vielen Ländern gegen Hetze im Netz engagiert.

Pressemeldung


Wir gedenken mit großer Dankbarkeit unseres Gründungsmitglieds, des Physikers Prof. Dr. Reimar Lüst.

Der Wissenschaftsmanager, langjährige Präsident der Max-Planck-Gesellschaft und frühere Generaldirektor der ESA setzte sich mit großem persönlichem Engagement dafür ein, dass die Stiftung entstehen konnte. Gemeinsam mit Helmut Schmidt, Kurt Masur, Kurt Biedenkopf und Peter Kreyenberg gehörte er im Jahr 1993 dem Vorstand an und blieb der Stiftung als kundiger Berater stets verbunden. Er ist am 31.03.20 im Alter von 97 Jahren verstorben.


Podiumsdiskussion am 17.03.20 zum Thema Demokratie braucht: Haltung – ein alter Begriff, eine aktuelle Forderung
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Veranstaltung wurde abgesagt


Neue Geschäftsführung ab Januar 2020 – Dr. Agata Klaus wird neue Geschäfts­führerin der Deutschen Nationalstiftung.
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Gremien­mitglied Prof. Dr. Susanne Schröter, Leiterin des Forschungs­zentrums Globaler Islam an der Frankfurter Universität, im Interview mit dem Deutschland­funk zum Thema: Politischer Islam in Deutschland


Podiumsdiskussion am 05.11.19 in Weimar zum Thema: „100 Jahre Weimarer Verfassung und die Zukunft der Demokratie“ mit einer Einführung des Historiker Prof. Dr. Heinrich August Winkler


Teilnehmer der SchulBrücke Europa in Heidelberg


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