
Bild: Murmann-Verlag
Berichte zur Lage der Nation 2026
Mit den Berichten zur Lage der Nation möchte die Deutsche Nationalstiftung einen Debattenbeitrag leisten. Namhafte Autorinnen und Autoren nehmen Stellung zu wichtigen Grundsatzthemen, bieten Lösungsansätze und Ausblicke. Dieser siebte Band trägt den Titel „Kulturnation Deutschland: Die umkämpfte Moderne“.
Lange bevor sich die Deutschen in einem Staat zusammenfanden, hatte sich eine »Kulturnation Deutschland« herausgebildet. Heute, im 21. Jahrhundert, erleben wir, wie globale Machtverschiebungen, internationale Konflikte und Migration, aber auch soziale Medien und Künstliche Intelligenz das geistige Klima in unserer Gesellschaft grundlegend verändern.
Welche Rolle kann Kultur unter diesen Bedingungen noch für den gesellschaftlichen Zusammenhalt spielen? Wirkt sie verbindend – oder bedrohen zugespitzte Kulturkämpfe unsere liberale Demokratie?
Der siebte Band der von Thomas Mirow herausgegebenen Berichte zur Lage der Nation geht diesen Fragen in acht Beiträgen nach und analysiert zentrale Entwicklungen, die unser gesellschaftliches Zusammenleben im 21. Jahrhundert prägen.
Mit Beiträgen von Florian Illies, Feridun Zaimoglu, Sandra Richter, Karin Schmid-Friederichs, Hilmar Klute, Roger de Weck, Susanne Schröter und Axel Plünnecke – sowie einer Dokumentation der Verleihung des Deutschen Nationalpreises 2026 an Herbert Grönemeyer.
Dieser siebte Band der Berichte zur Lage der Nation erscheint am 3. Oktober 2026.

Herausgeber

Bild: David Ausserhofer
Thomas Mirow, geb. 1953, aufgewachsen in Paris, promovierte in Bonn bei Karl Dietrich Bracher über Frankreichs Europapolitik (1975). Viele Jahre arbeitete er für Willy Brandt, bevor ihn Klaus von Dohnanyi nach Hamburg holte, wo er später ein Jahrzehnt als Senator wirkte. Nach einer Station im Kanzleramt als wirtschaftspolitischer Berater von Gerhard Schröder wechselte er als Staatssekretär ins Bundesfinanzministerium. Anschließend leitete er die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung in London. Heute ist er Vorstandsvorsitzender der Deutschen Nationalstiftung.
Autorinnen und Autoren

Bild: Jennifer Fey
Matthias Brandt, geb. 1961, ist Schauspieler, Autor und Hörbuchsprecher. Er studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater Hannover und zählt zu den profiliertesten deutschen Schauspielern seiner Generation. Neben seiner Arbeit für Bühne, Film und Fernsehen ist Brandt als Schriftsteller und Sprecher literarischer Werke tätig. In seinen Arbeiten verbindet er persönliche Erinnerung, historische Erfahrungen und gesellschaftliche Beobachtung. Für sein vielfältiges künstlerisches Schaffen wurde er vielfach ausgezeichnet.

Bild: privat
Sigmar Gabriel, geb. 1959, ist Politiker und Vorsitzender der Atlantik-Brücke. Er studierte Germanistik, Politikwissenschaft und Soziologie an der Universität Göttingen und war von 2009 bis 2017 Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD). Von 2013 bis 2018 war er Bundesminister für Wirtschaft und Energie sowie anschließend Bundesaußenminister. Seit seinem Ausscheiden aus der Politik engagiert er sich in verschiedenen gesellschaftlichen und internationalen Institutionen und publiziert zu Fragen von Demokratie, Europa, internationaler Politik und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Gabriel ist Mitglied im Senat der Deutschen Nationalstiftung.

Bild: David Ausserhofer
Herbert Grönemeyer, geb. 1956, ist Musiker, Sänger, Komponist und Schauspieler. Er studierte Musik und war zunächst als Komponist und musikalischer Leiter am Schauspielhaus Bochum tätig, bevor er sich als einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Künstler etablierte. Mit seiner Musik prägt er seit Jahrzehnten die deutsche Popkultur. Herbert Grönemeyer setzt sich für eine offene, freiheitliche Gesellschaft, soziale Gerechtigkeit und demokratische Werte ein. Für sein künstlerisches Schaffen und sein demokratisches Engagement wurde er 2026 mit dem Deutschen Nationalpreis der Deutschen Nationalstiftung ausgezeichnet.

Bild: Mathias Bothor
Florian Illies, geb. 1971, ist Kunsthistoriker, Autor und Journalist. Er studierte Kunstgeschichte und Neuere Geschichte in Bonn und Oxford, war unter anderem Feuilletonchef der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und der Zeit sowie Verleger des Rowohlt Verlags. Darüber hinaus leitete er das Berliner Auktionshaus Grisebach und gründete die Kunstzeitschrift Monopol. Er ist Mitherausgeber der Zeit und Autor zahlreicher Bücher, darunter „Generation Golf“, „1913“ und „Liebe in Zeiten des Hasses“.

Bild: privat
Hilmar Klute, geb. 1967, ist Journalist, Schriftsteller und Essayist. Er studierte in Bochum Germanistik und Philosophie und arbeitet als Redakteur der Süddeutschen Zeitung, für die er Reportagen, Literaturkritiken, Essays und Porträts verfasst sowie seit 2010 die traditionsreiche Kolumne „Streiflicht“ verantwortet. In seinen journalistischen und literarischen Arbeiten beschäftigt er sich mit gesellschaftlichen Entwicklungen, politischen Debatten und kulturellen Prägungen der Gegenwart. Dabei beobachtet er insbesondere die Vereinigten Staaten und die dortigen Auseinandersetzungen um Demokratie, gesellschaftliche Werte und kulturelle Konflikte.

Bild: IW
Axel Plünnecke, geb. 1971, studierte Volkswirtschaftslehre an der Universität Göttingen und promovierte an der Technischen Universität Braunschweig. Seit 2003 arbeitet er am Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln, wo er den Themencluster Bildung, Innovation und Migration leitet. Zudem ist er Professor an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement in Saarbrücken. In seiner Forschung beschäftigt er sich insbesondere mit Bildungsökonomie, Innovationspolitik, Fachkräftesicherung, Zuwanderung und den ökonomischen Voraussetzungen gesellschaftlicher Transformation.

Bild: Anja Bleeser/DLA Marbach
Sandra Richter, geb. 1973, ist Literaturwissenschaftlerin und Direktorin des Deutschen Literaturarchivs Marbach. Sie studierte Politikwissenschaft, Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte in Hamburg und lehrte unter anderem am King’s College London sowie an der Universität Stuttgart. Seit 2019 leitet sie das Deutsche Literaturarchiv Marbach, eines der bedeutendsten Zentren für die Erforschung und Bewahrung der deutschsprachigen Literatur. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich mit der deutschen Literatur vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart und mit Literaturtheorie.

Bild: Gaby Gerster/feinkorn
Karin Schmidt-Friderichs, geb. 1960, ist Verlegerin und Kulturmanagerin. Sie studierte Architektur an der Universität Stuttgart und arbeitete zunächst als Architektin, bevor sie 1992 gemeinsam mit ihrem Mann den Verlag Hermann Schmidt gründete, der heute zu den renommierten deutschen Verlagen für Typografie, Gestaltung und Kreativität zählt. Von 2019 bis 2025 war sie Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und setzte sich in dieser Funktion für die Bedeutung des Buches, der Literatur und der kulturellen Vielfalt ein. In unterschiedlichen Rollen engagiert sich Schmidt-Friderichs seit vielen Jahren für Buchkultur und die gesellschaftliche Bedeutung des Lesens und Publizierens.

Bild: privat
Susanne Schröter, geb. 1957, ist Ethnologin und Publizistin. Sie studierte Anthropologie, Soziologie, Kultur- und Politikwissenschaften sowie Pädagogik in Mainz und war Professorin für Ethnologie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Dort gründete und leitete sie bis 2025 das Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam. In ihrer Forschung und publizistischen Arbeit beschäftigt sie sich mit Religion, Islam, Migration, Geschlechterverhältnissen sowie gesellschaftlichem Zusammenhalt in pluralen Gesellschaften. Schröter ist Mitglied im Vorstand des Deutschen Orient-Instituts und Senatsmitglied der Deutschen Nationalstiftung.

Bild: Nora Nussbaumer
Roger de Weck, geb. 1953, ist Autor in Zürich, Gastprofessor am College of Europe in Brügge und Präsident der Jean-Monnet-Stiftung für Europa in Lausanne, die das Archiv des EU-Gründervaters betreut. Er war Mitglied des Zukunftsrats für Reformen bei ARD, ZDF und Deutschlandfunk. 2026 erschien bei Suhrkamp „Glanz und Elend der Konservativen“, 2024 „Das Prinzip Trotzdem – Warum wir den Journalismus vor den Medien retten müssen“. De Weck war Generaldirektor des Schweizer Radios und Fernsehens, Chefredakteur der Zeit, Moderator von „Sternstunden Philosophie“ (3Sat / SRF) sowie Chairman of the Board des traditionsreichen Geneva Graduate Institute of International and Development Studies.

Bild: Melanie Grande
Feridun Zaimoğlu, geb. 1964, ist Schriftsteller, Dramatiker, Drehbuchautor, bildender Künstler und Publizist. Im Alter von sechs Monaten kam er mit seinen Eltern aus der Türkei nach Deutschland. Er studierte Kunst und Medizin in Kiel, wo er bis heute lebt und arbeitet. Als Journalist schrieb er für Die Zeit, Die Welt, SPEX und den Tagesspiegel. In seinen Romanen, Essays und Theatertexten setzt er sich mit Fragen über Sprache, Identität, Erinnerung und kulturelle Zugehörigkeit auseinander. Für sein literarisches Werk wurde er vielfach ausgezeichnet.