Bild: Murmann-Verlag

Berichte zur Lage der Nation 2023

Mit den Berichten zur Lage der Nation möchte die Deutsche Nationalstiftung einen Debattenbeitrag leisten. Namenhafte Autorinnen und Autoren nehmen Stellung zu wichtigen Grundsatzthemen, bieten Lösungsansätze und Ausblicke.

Deutschland steht mitten in einem radikalen Umbruch. Neue Fundamente für nachhaltigen Wohlstand und sozialen Frieden zu schaffen, wird uns große Anstrengungen abverlangen. Egal ob Bildung, Technologie oder Wirtschaft: Wir können die epochalen Herausforderungen unserer Zeit nur bewältigen, wenn wir gemeinsam, offen und ehrlich bestimmen, wie wir uns eine gute Zukunft für Deutschland vorstellen – und was wir zu investieren bereit sind. Wer wollen wir in einer Welt von morgen sein? Wofür soll Deutschland in Zukunft stehen? Zu diesem Klärungsprozess leisten die Berichte zur Lage der Nation 2023 einen Beitrag.

Die Autorinnen und Autoren diskutieren, mit welchen Herausforderungen Wirtschaft und Gesellschaft werden umgehen müssen und welche Kraftakte es bedürfen wird, um unserer soziale Marktwirtschaft, unseren Wohlstand und den Standort Deutschland zukunftssicher zu machen. Mit Beiträgen von Jürgen Kaube, Nicola Leibinger-Kammüller, Holger Hanselka, Cornelia Lang, Reint Gropp, Judith Dada, Christian Miele, Janina Kugel, Sabine Reh und Martin Schröder.

Dieser vierte Band erscheint im November 2023 wieder im Murmann-Verlag, Herausgeber ist Thomas Mirow.

Herausgeber

Bild: privat

Thomas Mirow, geb. 1953, aufgewachsen in Paris, promovierte in Bonn bei Karl Dietrich Bracher über Frankreichs Europapolitik (1975). Viele Jahre arbeitete er für Willy Brandt, bevor ihn Klaus von Dohnanyi nach Hamburg holte, wo er später ein Jahrzehnt als Senator wirkte. Nach einer Station im Kanzleramt als wirtschaftspolitischer Berater von Gerhard Schröder, wechselte er als Staatssekretär ins Bundesfinanzministerium. Anschließend leitete er die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung in London. Heute nimmt Thomas Mirow eine Reihe von Aufsichtsratsmandaten wahr und ist Vorstandsvorsitzender der Deutschen Nationalstiftung.

Autoren

Bild: privat

Judith Dada, geb. 1992, ist General Partnerin bei La Famiglia, einem Frühphasenfonds mit Sitz in Berlin. Der Wagniskapitalgeber investiert in Technologieunternehmen in Europa und den USA, die große Industrien befähigen oder neu denken. Dadas Investmentfokus liegt auf Start-ups, die durch Daten oder maschinelles Lernen getrieben sind. Sie gehört dem Advisory Board for the Digital German Economy des Bundeswirtschaftsministeriums an und unterstützt das Netzwerk Global Shaper, das für Bürgerrechte und soziales Handeln eintritt und ist im erweiterten Vorstand des Bundesverbands Deutsche Startups.

Bild: privat

Reint E. Gropp, geb. 1966, ist seit 2014 Präsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) sowie Inhaber eines Lehrstuhls für Volkswirtschaftslehre an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Seit 2019 ist er Associate Fellow des Centre for Economic Policy Research (CEPR) sowie Berater verschiedener Zentralbanken. Vor der Aufnahme seiner universitären Laufbahn an der Goethe Universität Frankfurt am Main war Reint Gropp als Ökonom mehrere Jahre für den Internationalen Währungsfonds in Washington und die Europäische Zentralbank in Frankfurt tätig, zuletzt als stellvertretender Leiter der Finanzforschung.

Bild: Markus Breig, KIT

Holger Hanselka, geb. 1961, ist seit Mai 2023 Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. Er studierte Allgemeinen Maschinenbau an der Technischen Universität Clausthal und war bis dahin rund zehn Jahre als Präsident des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) tätig. Von seiner ersten Professur (1997) an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg aus war er 2001 dem Ruf nach Darmstadt gefolgt, wo er Leiter des Fachgebiets „Systemzuverlässigkeit und Maschinenakustik“ sowie Leiter des Fraunhofer-Instituts für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit wurde. Zwischen 2010 und 2013 hat er das Amt des Vize-Präsidenten der TU Darmstadt ausgeführt und war von 2006 bis 2012 bereits Mitglied des Präsidiums der Fraunhofer-Gesellschaft.

Bild: F.A.Z. Frank Röth

Jürgen Kaube, geb. 1962, ist seit 2015 einer der vier Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Sein Studium der Philosophie, Germanistik und Kunstgeschichte an der Freien Universität Berlin ergänzte er durch das der Wirtschaftswissenschaften, entdeckte dann durch Niklas Luhmann für sich die Soziologie und nahm kurzzeitig eine Hochschulassistenz für Soziologie in Bielefeld an. Seit 1992 verfasste Kaube regelmäßig Beiträge für das Feuilleton der FAZ und trat 1999 in die Redaktion ein, zunächst als Berliner Korrespondent, im September 2000 dann wechselte er nach Frankfurt in den Bereich Wissenschafts- und Bildungspolitik. Im August 2008 wurde er Ressortleiter für „Geisteswissenschaften“ und 2012 für „Neue Sachbücher“ sowie stellvertretender Leiter des Feuilletons.

Bild: Laurence Chaperon

Janina Kugel, geb. 1970, ist Multiaufsichtsrätin, Senior Advisor(in,) Beraterin und Autorin. Ihre Karriere begann sie im Management Consulting bei Accenture und war für internationale Unternehmen in Europa und den USA beratend tätig. Nach ihrem 2001 vollzogenen Wechsel in die Industrie hatte Janina Kugel verschiedene Führungsfunktionen bei Siemens inne, darunter im Personalwesen und in der Strategie in Deutschland, China und Italien. Bei der Osram Licht AG war sie als Chief Human Resources Officer weltweit verantwortlich für die Bereiche Personal, Führungskräfteentwicklung und Diversity, später bis 2020 war sie Personalchefin und Vorständin bei der Siemens AG. Heute arbeitet sie wieder als Unternehmensberaterin und ist Aufsichtsrätin unter anderem bei der TUI AG, bei Kyndryl Inc., USA, im Pensionssicherungsverein und beim Start-up Seatti.

Bild: Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle

Cornelia Lang, geb. 1958, ist Diplomsoziologin und beschäftigt sich am Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH) mit Forschungsthemen am Schnittpunkt von Ökonomie und Soziologie. Einen Schwerpunkt bilden die Lebenslagen in Ostdeutschland und hierbei vor allem die Erwerbsmuster von Frauen. Eine Dekade lang betreute sie die IWH-Konjunkturumfrage zur Situation im Verarbeitenden Gewerbe Ostdeutschlands.

Bild: TRUMPF

Nicola Leibinger-Kammüller, geb. 1959, ist die Vorstandsvorsitzende der aus der TRUMPF GmbH + Co. KG hervorgegangenen TRUMPF SE + Co. KG. Sie studierte Germanistik, Anglistik und Japanologie in Freiburg, Middlebury, VT (USA) und Zürich mit anschließender Promotion. Ab 1985 war Leibinger-Kammüller im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für die TRUMPF Gruppe tätig, von 1988 bis 1990 für die TRUMPF Corporation in Japan. Von 1992 bis 2010 war sie Geschäftsführerin der Berthold Leibinger Stiftung GmbH, seit 1994 ist sie Gesellschafterin und seit Januar 2003 Geschäftsführerin der TRUMPF GmbH + Co. KG. Im November 2005 übernahm Nicola Leibinger-Kammüller den Vorsitz der Geschäftsführung der TRUMPF GmbH + Co. KG, der Führungsgesellschaft der TRUMPF Gruppe. Sie ist Mitglied im Kuratorium der Deutschen Nationalstiftung.

Bild: privat

Christian Miele, geb. 1987, ist General Partner beim globalen Venture Capital Fonds Headline und seit 2019 Vorstandsvorsitzender des Startup-Verbands. Als Spross der gleichnamigen Familiendynastie symbolisiert er den Dreh- und Angelpunkt zwischen der Old Economy und New Economy – seine Welt ist das Start-up-Ökosystem: Er hat bei jungen Unternehmen gearbeitet, selbst eines gegründet und fördert jetzt als Investor neue Geschäftsideen.

Bild: Fotorismus für DIPF

Sabine Reh, geb. 1958, ist Professorin für Historische Bildungsforschung an der Humboldt-Universität zu Berlin und Direktorin der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung (BBF) des Leibniz-Instituts für Bildungsforschung und Bildungsinformation (DIPF), zu dessen stellvertretender geschäftsführender Direktorin sie 2019 berufen wurde. Außerdem ist sie Mitglied in diversen Fachgesellschaften wie der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) sowie Mitherausgeberin diverser Fachzeitschriften wie der Zeitschrift für Pädagogik (ZfPäd). Ihr Hauptinteresse gilt der Geschichte des Unterrichts und schulischer Leistungsprüfungen und sie betätigt sich als Sprecherin eines Forschungsverbundes zur Bildungsgeschichte der DDR.

Bild: privat

Martin Schröder, geb. 1981, ist Professor für Soziologie mit Schwerpunkt Europa an der Universität des Saarlandes. Er hat am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln promoviert und war danach Postdoc an der Harvard University, Cambridge, MA. Er forscht zu Themen wie soziale Ungleichheit, Generationen, Lebensqualität im internationalen Vergleich, Geschlechterungleichheiten auf Arbeitsmärkten, den Einfluss von Gerechtigkeitsvorstellungen auf wirtschaftliches Handeln sowie Kapitalismusvarianten und Wohlfahrtsstaaten. Sein Buch „Wann sind wir wirklich zufrieden?“ wurde 2021 zum Wissenschaftsbuch des Jahres gewählt.