Rasanter gesellschaftlicher Wandel, die Wirtschaft unter Druck und eine Welt in Aufruhr stellen gewohnte Selbstbilder der Deutschen in Frage. Debatten zur Lösung der vielen Probleme gibt es viele, doch wie sehen Menschen mit einer anderen Perspektive – als Beobachter oder Zugewanderte – unser Land heute? Wie blicken sie auf Gegenwart und Zukunft? Antworten auf diese Fragen haben wir am 25. November 2025 bei unserer 31. Jahrestagung in Berlin diskutiert, die zeitgleich die Vorstellung des sechsten Bandes der „Berichte zur Lage der Nation“ markierte.
Nach einem Impulsvortrag von Senatsmitglied Prof. Dr. Jörn Leonhard gaben die französische Journalistin Pascale Hugues und die polnische Soziologin Prof. Dr. Karolina Wigura – beide Autorinnen im aktuellen Band unserer Berichte zur Lage der Nation – im Gespräch mit Moderator Martin Klingst eindrucksvolle Einblicke in ihre Perspektiven auf unser Land. Nah an der deutschen Gegenwart, kritisch, empathisch und gelegentlich überraschend.
Pascale Hugues zentrale These: Das lange bewunderte „modèle allemand“ ist ins Wanken geraten. Politische Institutionen, gesellschaftlicher Zusammenhalt und infrastrukturelle Stärke stehen zunehmend unter Druck, und Deutschland müsse seine Zukunft heute grundsätzlicher neu definieren als viele andere Länder. Im Gegensatz dazu beschrieb Karolina Wigura Deutschland wiederum als ein "Labor der Zukunft", an dem sich Fragen von Migration, Integration und liberaler Demokratie beispielhaft verdichten – zugleich ein Orientierungspunkt und Ort für Hoffnungen wie Ängste von Menschen in Mittel- und Osteuropa.
Wer tiefer in die Diskussion des Abends einsteigen möchte, ist herzlich eingeladen, einen Blick in den aktuellen Band der Berichte zur Lage der Nation zu werfen – mit Beiträgen von Pascale Hugues, Karolina Wigura, Jarosław Kuisz, Daniel Ziblatt, Florence Brokowski-Shekete, Paolo Valentino und Giuseppe Vita, Olga Grjasnowa sowie Ugur Sahin und Özlem Türeci.
Weitere Informationen zu den neuen Berichten finden sich hier.












