Die Deutsche Nationalstiftung ehrt in diesem Jahr den Musiker Herbert Grönemeyer für sein demokratisches Engagement und künstlerischen Schaffen.
Herbert Grönemeyer ist einer der prägendsten Künstler Deutschlands. Sein musikalisches Schaffen und sein gesellschaftspolitisches Engagement haben ihn zu einer herausragenden Persönlichkeit der deutschen Kulturlandschaft gemacht. Er nutzt seine Stimme sowohl als Musiker als auch als überzeugter Demokrat und setzt sich seit Jahrzehnten für eine vielfältige, offene und gerechte Gesellschaft ein.
Besonders bekannt wurde sein Engagement während der Flüchtlingskrise 2015: Grönemeyer trat unter anderem vor der Dresdner Frauenkirche auf, um ein Zeichen für Weltoffenheit zu setzen. Immer wieder nutzt er seine Konzerte, um auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam zu machen. Dabei positioniert er sich deutlich gegen Fremdenfeindlichkeit, Hetze und Rechtsextremismus. Grönemeyer unterstützt regelmäßig soziale Projekte, unter anderem die Arbeit mit Geflüchteten. Er zeigt, wie Kunst und politisches Bewusstsein Hand in Hand gehen können – und ist damit ein Vorbild für viele.
Seine musikalische Karriere begann in den 1970er-Jahren. Der Durchbruch gelang ihm 1984 mit dem Album „4630 Bochum“, das ihn als Singer-Songwriter mit einer einzigartigen Stimme etablierte. Der Titelsong „Bochum“ wurde zur inoffiziellen Hymne des Ruhrgebiets und zeigt seine enge Verbindung zu seiner Heimat. Sein Album „Mensch“ (2002) ist mit über 3,6 Millionen verkauften Exemplaren eins der erfolgreichsten der deutschen Musikgeschichte. Grönemeyers Musik zeichnet sich durch poetische Texte, emotionale Tiefe und eine Mischung aus Rock, Pop und Chanson aus.
„Mit der Verleihung des Deutschen Nationalpreises 2026 wollen wir Herbert Grönemeyers außerordentliche künstlerische Leistung und zugleich sein überzeugendes Engagement für die Werte unserer Demokratie würdigen“, sagte Thomas Mirow, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Nationalstiftung und Vorsitzender der Preis-Jury.
„Mit seiner Musik und den Texten seiner Lieder hat Herbert Grönemeyer deutsche Popgeschichte geschrieben und damit einen wichtigen Beitrag zur Kultur unseres Landes geleistet. Sein stetiger Einsatz für eine offene, freiheitliche Gesellschaft und sein glaubwürdiges Plädoyer für soziale Gerechtigkeit haben ihn darüber hinaus für viele Menschen zum Vorbild werden lassen“, erklärte Mirow.
Herbert Grönemeyer freut sich, den Preis im Juni entgegenzunehmen. „Als Kind des Ruhrgebiets, schon in den 50er/60er-Jahren ein Schmelztiegel in Europa, wurde ich groß auf engstem Raum mit Menschen aller Nationalitäten, Kulturen, Religionen, Ansichten und Spielauffassungen. Ich wuchs auf als ein Teil dieses Wirtschaftswunderteams“, sagte Grönemeyer.
Für diese Erfahrung sei er dankbar, sie habe ihn geprägt. Daraus erwachse auch eine Verantwortung, Vielfalt und jeden Menschen – egal welcher Herkunft – zu schützen und gegen Ausgrenzung, Hass und Hetze zu verteidigen. „Es stecken enorm viel wertvolle Lebensfreuden, Zukünfte und liebevolle Perspektiven in der Demokratie, kein Millimeter nach rechts!“, betonte Grönemeyer.
