Für ein offenes gesellschaftliches Miteinander: Verleihung des Deutschen Nationalpreis 2024 an Igor Levit. Den diesjährigen Förderpreis erhält das Drei-Religionen-Kita-Haus.

Am 7. Juni 2024 verleiht die Deutsche Nationalstiftung den jährlichen Deutschen Nationalpreis und ehrt mit Igor Levit einen profilierten Künstler und eine der eindrücklichsten Stimmen gegen Antisemitismus in Deutschland.

Der Pianist Igor Levit tritt nicht nur verstecktem und offenem Antisemitismus entschlossen entgegen, sondern setzt sich auch darüber hinaus für gesellschaftliche Belange ein. Für sein großes politisches und gesellschaftliches Engagement erhält er den mit 30.000 Euro dotierten Deutschen Nationalpreis 2024. Die Preisverleihung findet am 7. Juni 2024 in der Französischen Friedrichstadtkirche in Berlin statt. „Igor Levit ist ein Verfechter von Menschlichkeit und eine kraftvolle Stimme gegen Antisemitismus. Er erinnert eindringlich daran, dass Antisemitismus uns alle angeht. Denn wo Judenhass Raum bekommt, ist unsere Demokratie in Gefahr. Ich danke Igor Levit von Herzen für sein öffentliches Engagement – und gratuliere ihm zum Deutschen Nationalpreis“, sagt Bundestagspräsidentin Bärbel Bas. Sie und der Publizist Michel Friedman halten die Laudationes.

Dr. Thomas Mirow, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Nationalstiftung, zeigt sich ebenfalls tief beeindruckt von Levits Engagement und sendet gleichzeitig einen eindringlichen Appell an alle jüdischen Mitbürger in Deutschland: „Die Deutsche Nationalstiftung zeichnet Igor Levit mit dem Deutschen Nationalpreis aus, weil er mit seiner wunderbaren Kunst und über sie hinaus mit vielen weiteren staatsbürgerlichen Engagements beispielgebend für freiheitliche Demokratie und Zivilität in unserem Land eintritt. Zugleich möchten wir mit diesem Preis eine inhaltliche Botschaft an alle Jüdinnen und Juden in unserem Land richten. Sie lautet: Sie sind ein wichtiger, ein unentbehrlicher Teil der deutschen Nation. Wir können als deutsche Gesellschaft nicht auf Sie verzichten. Bleiben Sie hier, wir brauchen Sie!“

Igor Levit bedankt sich für die Auszeichnung: „Unsere Demokratie zu schützen ist meiner festen Überzeugung nach unsere größte Aufgabe und zugleich unsere größte Herausforderung. Eine Demokratie, die zulässt, dass Minderheiten, zum Beispiel Jüdinnen und Juden, sich nicht mehr sicher fühlen und das Land verlassen, ist keine mehr. Es ist an uns allen, dafür zu sorgen, unser gemeinsames demokratisches Haus zu schützen und zu stärken. Ich sehe diese Auszeichnung vor allem als dies: Eine Verpflichtung, weiterzumachen. Zugleich bin ich tief dankbar und berührt, dass mein Engagement und meine Kraft gesehen und wertgeschätzt werden.“

Den Förderpreis 2024 erhält das Drei-Religionen-Kita-Haus

Die Verleihung des Förderpreises 2024 an das Drei-Religionen-Kita-Haus in Berlin ist ein weiteres klares Zeichen für ein offenes gesellschaftliches Miteinander. Denn dieses interreligiöse Projekt schafft mit einer jüdischen, einer muslimischen und einer christlichen Kita unter einem Dach eine Umgebung, in der das Zusammenwirken verschiedener Religionen und Kulturen schon von frühester Kindheit an als Normalität gelebt wird. „Es ist unser Herzensanliegen, dass Kinder bereits früh die Vielfalt von Lebens- und Familienformen kennenlernen. Was wir als Kinder lernen, prägt uns ein Leben lang. Indem wir Unterschiedlichkeit von Anfang an positiv erleben, bauen wir ein Fundament aus Toleranz, Respekt und Freundschaft. Dass die Nationalstiftung unser Engagement für das Miteinander von jüdischen, christlichen und muslimischen Kindern und Familien mit der Verleihung des Förderpreises würdigt, erfüllt uns mit großer Freude und Dankbarkeit“, so die Drei-Religionen-Kita. Der Förderpreis ist mit 20.000 Euro dotiert. Der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichts und Senatspräsident der Deutschen Nationalstiftung Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Andreas Voßkuhle, hält die Laudatio.

Die Deutsche Nationalstiftung stärkt die Idee der deutschen Nation

Die überparteiliche, unabhängige und gemeinnützige Deutsche Nationalstiftung wurde 1993 vor dem Hintergrund der Wiedervereinigung von Altbundeskanzler Helmut Schmidt, Bundespräsident a.D. Richard von Weizsäcker sowie gemeinsamen Weggefährten gegründet. Sie verfolgt mit ihrer Arbeit drei Ziele: Sie fördert das Zusammenwachsen Deutschlands, stärkt die Idee der deutschen Nation als Teil eines vereinten Europas und überlässt den Nationalbegriff nicht den Nationalisten. Seit 1997 ehrt die Stiftung Personen und Organisationen, die sich herausragend für

diese Ziele engagieren, mit dem Deutschen Nationalpreis und ihrem Förderpreis. Neben der Vergabe des Nationalpreises unterstützt die Stiftung europäische Jugendprojekte, veranstaltet Diskussionsrunden und gibt jährlich die Schriftenreihe „Berichte zur Lage der Nation“ heraus.

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