Herbert Grönemeyer freut sich über Deutschen Nationalpreis: „Es geht um unser aller Freiheit“

Der Musiker Herbert Grönemeyer erhielt in diesem Jahr den Deutschen Nationalpreis für seine außerordentliche künstlerische Leistung sowie sein Engagement für demokratische Werte. Der Förderpreis ging an das Projekt Rhapsody in School, das herausragende Klassik- sowie Jazzmusizierende an Schulen vermittelt.

Berlin, 23. Juni 2025. Der Musiker Herbert Grönemeyer hat am heutigen Dienstag in der Französischen Friedrichstadtkirche den Deutschen Nationalpreis 2026 erhalten. „Es geht um sehr vieles, es geht um unser aller Freiheit“, sagte der Künstler über die Herausforderungen unserer Zeit. Der zentrale Konflikt sei: „Freiheit gegen Bequemlichkeit.“ Überreicht wurde die Ehrung durch den ehemaligen Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) sowie vom Schauspieler und Autor Matthias Brandt.

„Grönemeyer ist alles andere als ein unpolitischer Künstler“, lobte Gabriel, Mitglied des Senats der Deutschen Nationalstiftung, das gesellschaftliche Engagement des Musikers. Schon früh habe Grönemeyer in seinen Texten seine kritische Sicht auf die Ungleichheit zwischen Ost- und Westdeutschland, die Situation Zugewanderter oder rechte Gewalt artikuliert. „Grönemeyer nahm in seinen Songs oft in seiner ihm eigenen Sprache gegen Nationalismus, Rassismus, aber auch gegen Naturzerstörung, Klimakrise und Neoliberalismus Stellung“, hob Gabriel hervor.

Brandt ergänzte im Anschluss: „Musik funktioniert, bevor man sie versteht.“ Grönemeyer finde Ausdrücke für etwas, das viele empfänden, aber nicht sagen könnten. Kaum jemand reflektiere die Hoffnungen und Verkrampfungen Deutschlands so gut wie er. Er gebe damit dem „inneren Durcheinander“ vieler eine Form. Brandt sagte, viele singende deutsche Menschenmengen machten einen nervös. Zu oft seien solche Massen in der Geschichte des Landes mit einer Drohung verbunden gewesen: „Aber es gibt Grönemeyer-Konzerte, da singen manchmal Tausende. Und nichts daran ist düster. Nichts drohend.“

Förderpreis für demokratiebildendes Musikprojekt

Der Förderpreis der Deutschen Nationalstiftung ging in diesem Jahr an Rhapsody in School, das herausragende Künstlerinnen und Künstler aus den Genres Klassik sowie Jazz an Schulen vermittelt. Das Projekt füge damit zusammen, was auf den ersten Blick nicht zusammengehöre – Konzertbühnen und Klassenräume, sagte Serap Güler (CDU), Bundestagsabgeordnete und Staatsministerin im Auswärtigen Amt, in ihrer Laudatio: „Rhapsody in School befähigt, eine Leidenschaft zu entwickeln und öffnet das Tor zur Musik.“ Besonders in einer Zeit drohender gesellschaftlicher Polarisierung sei die verbindende Kraft von Musik von großer Bedeutung.

Die Musikerinnen und Musiker besuchten die Schülerinnen und Schüler, um von ihrer Leidenschaft zu berichten. Mittlerweile habe Rhapsody in School damit mehr als 80.000 junge Menschen inspiriert. „Großes beginnt bekanntlich im Kleinen“, sagte die Projektleiterin Julia Ströbel-Bänsch. Deshalb setze man bewusst auf niederschwellige Angebote an den Orten, an denen sich junge Menschen aufhielten. Sie glaube fest daran, dass man damit die Gesellschaft der Zukunft etwas freundlicher, zuversichtlicher und kreativer machen könne.

Pressefotos

(c) Deutsche Nationalstiftung/David Ausserhofer

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Paul Meerkamp
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Hintergrundinformationen

Mit dem Deutschen Nationalpreis ehrt die Deutsche Nationalstiftung seit 1997 jedes Jahr Personen und Organisationen, die sich für eine demokratische Gesellschaft engagieren. Der parallel verliehene Förderpreis zeichnet dabei bevorzugt Organisationen aus, die sich für den Zusammenhalt junger Menschen stark machen. Die Auszeichnung ist mit insgesamt 50.000 Euro dotiert.

Die überparteiliche, unabhängige und gemeinnützige Deutsche Nationalstiftung fördert seit 1993 das Zusammenwachsen Deutschlands, gegründet von Helmut Schmidt und seinen Weggefährten. Die Stiftung stärkt die Idee einer friedlichen deutschen Nation als Teil eines vereinten Europas und engagiert sich für eine weltoffene Gesellschaft. Sie vergibt unter anderem jedes Jahr den Nationalpreis, veranstaltet europäische Jugendprojekte und bringt die „Berichte zur Lage der Nation“ heraus.