Montag, 22. September 2025 | 19:00 Uhr | Hermann-Ehlers-Stiftung & Akademie in Kiel

Gemeinsam mit der Hermann Ehlers Stiftung haben wir herzlich zu einer hochaktuellen Diskussionsveranstaltung mit dem Historiker und Publizisten Ilko-Sascha Kowalczuk eingeladen. Im Mittelpunkt stand sein viel beachtetes Buch „Freiheitsschock – Eine andere Geschichte Ostdeutschlands von 1989 bis heute“, das neue Perspektiven auf die Entwicklungen seit der Wiedervereinigung eröffnet.

Kowalczuks zentrale These lautet: Die ostdeutsche Gesellschaft hat nach dem Umbruch von 1989/90 nicht nur Befreiung erfahren, sondern auch einen „Freiheitsschock“ erlitten. Diese Erfahrung prägt das Verhältnis vieler Ostdeutscher zur Demokratie bis heute – mit spürbaren politischen und gesellschaftlichen Folgen. Der Autor beschreibt eindrücklich, wie die Prägungen der SED-Diktatur, die Hoffnungen der Wendezeit und die Enttäuschungen des Vereinigungsprozesses fortwirken.

In einer Zeit, in der die liberale Demokratie unter Druck steht und die politische Spaltung zwischen „Ost“ und „West“ wieder vermehrt diskutiert wird, stellt Kowalczuk unbequeme, aber notwendige Fragen: Warum ist die AfD gerade in Ostdeutschland besonders erfolgreich? Weshalb erscheint die Demokratie dort mancherorts fremd oder nicht ausreichend legitimiert? Und wie kann es gelingen, das Ziel gleichberechtigter Teilhabe und echter demokratischer Einheit weiter voranzutreiben? Darüber sprach Ilko-Sascha Kowalczuk mit Dr. Agata Klaus (Deutsche Nationalstiftung) und Dr. Richard Nägler (Hermann Ehlers Stiftung).

Als ausgewiesener Experte für die DDR-Geschichte und die gesellschaftlichen Transformationsprozesse nach 1990 gehört Ilko-Sascha Kowalczuk zu den prägnantesten Stimmen im aktuellen Diskurs über die demokratische Kultur in Ostdeutschland. Seine Analysen sind eine Einladung zur kritischen Selbstreflexion – aber auch ein Plädoyer für mehr Eigenverantwortung, Geschichtsbewusstsein und Engagement für die freiheitliche Demokratie.