Anselm Kiefer erhält den Deutschen Nationalpreis 2023 – Förderpreis für deutsches und französisches Orchesterprojekt.

Mit der Vergabe des Nationalpreises setzt die Deutsche Nationalstiftung dieses Jahr ein Zeichen für die deutsch-französische Freundschaft.

Hamburg, 30.3.2023. Der Deutsche Nationalpreis 2023 geht an den Maler und Bildhauer Anselm Kiefer. Der seit 1992 in Frankreich lebende Künstler von Weltrang wurde international mehrfach ausgezeichnet und ist einer der wichtigsten Kunstschaffenden der Gegenwart. Kiefer gehört zur ersten Generation deutscher Künstlerinnen und Künstler, die sich unmittelbar mit der Frage nach Identität und Nation nach Krieg und Holocaust auseinandersetzten.

„Mit seinen eindrucksvollen Werken vermag es Anselm Kiefer, uns Geschichte und Gegenwart unserer Nationen nahe zu bringen. In dieser Zeit eines archaischen, mörderischen Krieges mitten in Europa erinnert seine große Kunst eindringlich daran, wieviel Leid die vermeintliche ‚Erbfeindschaft‘ zwischen Deutschen und Franzosen über unsere Völker gebracht hat und wie groß unsere Verantwortung ist, die nach 1945 erreichte Aussöhnung zu hegen und zu pflegen“, so der Vorsitzende der Jury und Vorstandsvorsitzende der Deutschen Nationalstiftung Thomas Mirow.

Förderpreis für deutsches und französisches Orchesterprojekt

Den mit 20.000 Euro dotierten Förderpreis teilen sich dieses Jahr zwei Orchesterprojekte für Kinder und Jugendliche, Hangarmusik aus Berlin und das Démos-Orchester der Pariser Philharmonie. Hangarmusik wurde 2016 von Leila Weber und Andreas Knapp in der Notunterkunft für Geflüchtete im ehemaligen Flughafen Tempelhof Berlin gegründet. Das Projekt setzt sich für die gesellschaftliche Integration von geflüchteten Menschen ein und ermöglicht Kindern und Jugendlichen ohne musikalische Vorkenntnisse, Orchestermusik zu spielen. Auch das Musik-Bildungsprogramm Démos der Pariser Philharmonie ermöglicht jungen Menschen aus sozialen Brennpunkten über die Begegnung mit klassischer Musik gemeinsame kulturelle und soziale Lernerfahrungen.

„Die Orchesterprojekte eröffnen einen wichtigen interkulturellen Lernraum, der friedliches und weltoffenes Miteinander fördert“, heißt es in der Begründung der Jury.