Berlin, 23. Juni 2026. Der Musiker Herbert Grönemeyer hat am Dienstag, den 23 Juni in der Französischen Friedrichstadtkirche den Deutschen Nationalpreis 2026 erhalten. „Es geht um sehr vieles, es geht um unser aller Freiheit“, sagte der Künstler über die Herausforderungen unserer Zeit. Der zentrale Konflikt sei: „Freiheit gegen Bequemlichkeit.“ Überreicht wurde die Ehrung durch den ehemaligen Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) sowie vom Schauspieler und Autor Matthias Brandt.
„Grönemeyer ist alles andere als ein unpolitischer Künstler“, lobte Gabriel, Mitglied des Senats der Deutschen Nationalstiftung, das gesellschaftliche Engagement des Musikers. Schon früh habe Grönemeyer in seinen Texten seine kritische Sicht auf die Ungleichheit zwischen Ost- und Westdeutschland, die Situation Zugewanderter oder rechte Gewalt artikuliert. „Grönemeyer nahm in seinen Songs oft in seiner ihm eigenen Sprache gegen Nationalismus, Rassismus, aber auch gegen Naturzerstörung, Klimakrise und Neoliberalismus Stellung“, hob Gabriel hervor.
Brandt ergänzte im Anschluss: „Musik funktioniert, bevor man sie versteht.“ Grönemeyer finde Ausdrücke für etwas, das viele empfänden, aber nicht sagen könnten. Kaum jemand reflektiere die Hoffnungen und Verkrampfungen Deutschlands so gut wie er. Er gebe damit dem „inneren Durcheinander“ vieler eine Form. Brandt sagte, viele singende deutsche Menschenmengen machten einen nervös. Zu oft seien solche Massen in der Geschichte des Landes mit einer Drohung verbunden gewesen: „Aber es gibt Grönemeyer-Konzerte, da singen manchmal Tausende. Und nichts daran ist düster. Nichts drohend.“
Förderpreis für demokratiebildendes Musikprojekt
Der Förderpreis der Deutschen Nationalstiftung ging in diesem Jahr an Rhapsody in School, das herausragende Künstlerinnen und Künstler aus den Genres Klassik sowie Jazz an Schulen vermittelt. Das Projekt füge damit zusammen, was auf den ersten Blick nicht zusammengehöre – Konzertbühnen und Klassenräume, sagte Serap Güler (CDU), Bundestagsabgeordnete und Staatsministerin im Auswärtigen Amt, in ihrer Laudatio: „Rhapsody in School befähigt, eine Leidenschaft zu entwickeln und öffnet das Tor zur Musik.“
Die Musikerinnen und Musiker besuchten die Schülerinnen und Schüler, um von ihrer Leidenschaft zu berichten. Mittlerweile habe Rhapsody in School damit mehr als 80.000 junge Menschen inspiriert. „Großes beginnt bekanntlich im Kleinen“, sagte die Projektleiterin Julia Ströbel-Bänsch. Deshalb setze man bewusst auf niederschwellige Angebote an den Orten, an denen sich junge Menschen aufhielten. Sie glaube fest daran, dass man damit die Gesellschaft der Zukunft etwas freundlicher, zuversichtlicher und kreativer machen könne.
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