Die Deutsche Nationalstiftung ehrt dieses Jahr Menschen, die mit ihren Stimmen eindringlich für Demokratie werben – auch über nationalstaatliche Grenzen hinweg. Insgesamt sind die Auszeichnungen mit 50.000 Euro dotiert.

Hamburg, 28. April 2022. „Demokratie in Bedrängnis“: Angesichts des schrecklichen Kriegs in der Ukraine entfaltet das Jahresmotto der Deutschen Nationalstiftung bedrückende Aktualität. Zugleich wird erneut deutlich, wie sehr ideologisch geprägtes politisches Handeln und propagandistische Kommunikation gesellschaftliche Wahrnehmungen beeinflussen und Demokratien gefährden können. Die diesjährigen Preisträger stehen für klare demokratische Haltung und politisch unabhängige Berichterstattung.

Nationalpreis an Werner Schulz: Streiter für wertebasierte Politik

Werner Schulz kennt sich als Bürgerrechtler, ehemaliger Parlamentarier im Bundestag und Europaparlament sowie als aktives Mitglied des Stiftungsrats der Bundesstiftung Aufarbeitung aus mit Mechanismen, die Demokratien in Bedrängnis bringen oder gar verhindern. Schulz engagierte sich schon früh im Neuen Forum, der ersten landesweiten Widerstandsbewegung in der DDR außerhalb der evangelischen Kirche. Als Abgeordneter und Fraktionssprecher von Bündnis 90/Die Grünen setzte er wesentliche Impulse auf dem Weg, die Demokratie verlässlich neu zu gründen und den Prozess der Wiedervereinigung fair und zügig voranzutreiben.

Im EU-Parlament galt Schulz besonderes Interesse den östlichen EU-Ländern. Er setzte sich dafür ein, ihre Anliegen stärker ins Blickfeld der EU-Politik zu holen und die russische Demokratiebewegung politisch zu stärken. „Werner Schulz hat sich seit Jahrzehnten mit großer Kraft und gegen viele Widerstände für den Aufbau und die Verteidigung der Demokratie engagiert“, so Thomas Mirow, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Nationalstiftung. „Sein entschiedenes, oft streitbares Eintreten für eine wehrhafte Demokratie, die sich mit inneren wie äußeren Bedrohungen unerschrocken auseinandersetzt, verdient hohen Respekt.“

Bundespräsident a.D. Joachim Gauck wird Laudatio halten

Werner Schulz fühlt sich geehrt: „Für mich ist die Verleihung des Nationalpreises eine würdigende Anerkennung meines Engagements für Freiheit und Demokratie.“ Das gilt vor allem auch in Bezug auf die aktuelle Bedrohung der Demokratie. „Dass ich mich seit Jahren für die russische Opposition und Zivilgesellschaft eingesetzt und seit Putins Amtsantritt vor dessen Skrupellosigkeit und seinem gefährlichen Nationalismus gewarnt habe, wird mit dem Preis ebenso gewürdigt.“

Der Deutsche Nationalpreis ist mit 30.000 Euro datiert. Er wird am 14. Juni 2022 in der Französischen Friedrichstadtkirche in Berlin verliehen. Die Laudatio auf Werner Schulz hält Bundespräsident a. D. Joachim Gauck.

Förderpreis an OstWest TV: Informationen statt Propaganda

Wie desaströs sich andauernde ideologisch motivierte Fehlinformationen auf die Wahrnehmung der Wirklichkeit auswirken und wie wichtig unabhängige Berichterstattung für gesellschaftlichen Zusammenhalt ist – auch das führt der Krieg in der Ukraine deutlich vor Augen. Der diesjährige Förderpreis der Stiftung – ausgestattet mit einem Preisgeld von 20.000 Euro – geht daher an einen der wenigen TV-Sender in russischer Sprache, der noch unabhängig und kritisch berichtet. OstWest TV hat seinen Sitz in Berlin und sendet 24 Stunden am Tag mit Vollprogramm über Kabelnetzbetreiber in Deutschland, der Ukraine, Lettland, Estland, Moldawien, Schweiz und Österreich sowie auch über YouTube. Das Programm umfasst deutsche, europäische und russische Themen. Ursprünglich vor allem für die russischstämmige Community in Deutschland gedacht, fungiert der Sender inzwischen für Menschen in Russland als Informationsquelle jenseits staatlicher Propaganda. „Im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Ostwest-Redaktion danke ich der Deutschen Nationalstiftung herzlich für diese wertvolle Anerkennung. Ein unabhängiger Blick auf das Geschehen, eine unabhängige Präsentation von Nachrichten ist und bleibt für uns das Hauptpostulat unserer Arbeit“, so Peter Tietzki, Geschäftsführer von Ost West TV.

Nationalstiftung fördert vorbildliches Engagement für Demokratie und Zusammenhalt

Die Deutsche Nationalstiftung verfolgt mit ihrer Arbeit drei Ziele: Sie will das Zusammenwachsen Deutschlands fördern, die Idee der deutschen Nation als Teil eines vereinten Europas stärken und den Nationalbegriff nicht den Nationalisten überlassen. Seit 1997 ehrt die Stiftung Personen und Organisationen, die sich herausragend für diese Ziele engagieren, mit dem Deutschen Nationalpreis und dem Förderpreis.
https://www.nationalstiftung.de/nationalpreis

Fotos von den Preisträgern zur freien Nutzung unter:
https://www.nationalstiftung.de/presse/pressematerial/

Über die Deutsche Nationalstiftung

Die überparteiliche, unabhängige und gemeinnützige Deutsche Nationalstiftung wurde 1993 vor dem Hintergrund der deutschen Wiedervereinigung gegründet. Begründet wurde die Stiftung von Altbundeskanzler Helmut Schmidt gemeinsam mit Altbundespräsident Richard von Weizsäcker sowie engen Weggefährten. Der Name der Stiftung bringt die Absicht zum Ausdruck, den Nationalbegriff nicht den Nationalisten zu überlassen. Neben der Vergabe des Nationalpreises fördert die Stiftung unter anderem europäische Jugendprojekte, veranstaltet Diskussionsveranstaltungen und gibt jährlich die „Berichte zur Lage der Nation“ heraus.
https://www.nationalstiftung.de/

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